Toxische Altlasten in unseren Häusern und Denkmälern



Anfangs des 20. Jahrhunderts wurde die Anwendung von Chemikalien beim Bau neuer Gebäude, im historischen Bestand und der Restaurierung als grosses Wundermittel der Konservierung und des Bautenschutzes angepriesen und in grossen Mengen verwendet.

Auch heute noch werden Biozide von Unternehmen und Privatpersonen in Gebäuden ausgebracht.


Heute, da viele dieser Chemikalien von der Weltgemeinschaft verboten und geächtet sind (Konvention von Stockholm 2001), treffen wir als Baufachleute und Restauratoren auf diese toxischen Altlasten.


Die Dekontaminierung der Bausubstanz und der Kulturgüter wird uns noch lange Zeit beschäftigen.


Das Bundesamt für Gesundheit, die SUVA, ignorieren die Problematik weitgehend. Der Verband des Schweizer Holzbaus beschränkt sich auf Anwendungshinweise neu zugelassener Biozide.

Holzbau Vital hat dazu 2019 eine Broschüre mit Hinweisen herausgegeben.

Link zur Broschüre >


Wie wird eine mögliche Kontamination festgestellt?


Es gilt das Vorgehen zur Prüfung der Schadstoffbelastung zu bestimmen.

Das Vorgehen zur Feststellung bleibt gleich, ob Sie ein Einfamilienhaus aus den 1970gern, ein deckmalgeschütztes Bauernhaus oder ein Kirchendach besitzen.

Zuerst wird mit Festmaterialproben ein Screening auf die 14 am meisten verwendeten Holzschutzmittel gemacht.

Manche Biozide reichern sich über die Jahre im Hausstaub an und kontaminieren angrenzende Bauteile.

Wenn sichtbar ist, welche Holzteile behandelt wurden, können auch Feststoffanalysen von Probestücken des Holzes gemacht werden. Zur Feststellung der Raumluft-Belastung muss allerdings anschließend eine Raumluftmessung durchgeführt werden.


Die Untersuchung von Material- oder Holzproben sollte durch spezialisierte Umweltlabors mittels gaschromatografisch / massenspektrometrischen Untersuchungen durchgeführt werden.


Fazit

Die Gefahr durch toxische Altlasten in Museen und im Bestand ist real. Obwohl kritische Stimmen die Gefahr schon seit 50 Jahren proklamieren, findet ein Umdenken nur sehr langsam statt.


Da bei den Holzschutzmitteln auf eine lange Wirkungszeit und eine große Effizienz in der bioziden Wirkung gesetzt wurde, sind die Gefahren auch heute noch vorhanden. Die Mittel gasen auch nach 30 Jahren noch aus und kontaminieren die Luft und den Staub.


Wirksame und denkmalschonende Reinigungsverfahren sind teuer, aufwändig und entfernen meist nur einen der Wirkstoffe. Es fällt eine grosse Menge Sondermüll an, welcher schwierig zu entsorgen ist.


Lesen Sie zu diesem Thema die Modularbeit «Toxische Altlasten in Kulturgütern. Eine Zusammenstellung.» von Moritz Schiess.


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