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Ein Speicher aus Eichenholz mit 450 Jahren Geschichte

  • Autorenbild: S&F Holzbau
    S&F Holzbau
  • vor 32 Minuten
  • 2 Min. Lesezeit

Der Speicher erscheint heute wieder in voller Pracht: über 450 Jahre altes Holz, aufwendige Verzierungen, farbenprächtige Blumenkästen. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass hier altes und neues Holz ineinander übergehen. Die Spuren der Restaurierung zeugen von einem respektvollen Umgang mit der damaligen Handwerkskunst. Dabei blieb so viel Originalsubstanz wie möglich erhalten. Vor Projektbeginn sah es anders aus. Der in Schieflage geratene Speicher war dem Verfall geweiht.


Die S&F Holzbau GmbH hat die Gesamtrestaurierung dieses historischen, denkmalgeschützten Kornspeichers übernommen, der in Kestenholz SO steht.


Früher hatten solche Speicher eine grosse Bedeutung für Landwirtschaftsbetriebe. Heute haben diese Bauten ihre ursprüngliche Funktion meist verloren und verfallen oft. Die Familie aus Kestenholz hat sich glücklicherweise für die Restaurierung entschieden. Die Denkmalpflege beteiligt sich an den Kosten dafür.

Eine dendrochronologische Untersuchung anhand der Jahresringe des Holzes datiert das Baujahr des Speichers auf 1577. Eine geschnitzte Inschrift über dem Türsturz bestätigt die Datierung.



Die Pfosten sind von beeindruckenden Dimensionen, reich verziert und im spätgotischen Formenschatz gestaltet. Eine Besonderheit ist, dass der Speicher aus massivem Eichenholz gefertigt wurde.


Der Zustand vor der Restaurierung: 450 Jahre hinterlassen Spuren

Die Witterung machte auch vor dem historischen Bauwerk nicht halt und setzte der Holzkonstruktion über die Jahre zu. Teile des Holzes waren verfault, stellenweise wuchsen sogar Pilze daraus. Zudem war der Speicher mit den Jahren in Schieflage geraten und im Dach klafften mehrere Löcher.


So viel erhalten wie möglich: die Arbeit von S&F Holzbau

S&F Holzbau übernahm die Gesamtprojektleitung der Restaurierung. Moritz Schiess analysierte und dokumentierte die Schäden, plante die nötigen die Massnahmen und führte die Holzbau- und Dachdeckerarbeiten aus. Dabei arbeitete es eng mit der Denkmalpflege zusammen. Die Devise dabei: grösstmöglicher Erhalt nach den Regeln der ICOMOS Charta von Mexico 1999 zum vernakulärem Bauerbe. Die Fachleute ersetzten nur so viel Holz wie nötig. Wo immer möglich, arbeiteten sie mit traditionellen Werkzeugen wie dem Bernereisen oder anderen Schnitzwerkzeugen.


Die Zimmermänner demontierten den 450 Jahre alten Kornspeicher und zerlegten ihn in Einzelteile. Anschliessend restaurierten sie ihn Schritt für Schritt. Jeder Holzbalken, jeder Träger und jede Verbindung wurde kartiert. So war jederzeit klar, wohin die einzelnen Teile gehörten. Nach der Restaurierung wurden die Biberschwanzziegel wieder montiert und mit neuen Holzschindeln unterlegt. So entstand aus Alt und Neu wieder ein Ganzes.


Fotos: Simon von Gunten



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